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Liebe und Leidenschaft

Von Klaus Trapp

Die Pianistin Sontraud Speidel setzt sich seit langem für das Schaffen von Komponistinnen ein. So enthielt ihr Programm, das sie im Rahmen des Darmstädter Klaviersommers in der Centralstation präsentierte, Stücke von Autorinnen aus dem Umkreis der Romantik. Margareta Danzi war mit einem Variationenwerk vertreten, Clara Schumann mit vier kontrastreichen "Pièces fugitives", Fanny Hensel-Mendelssohn mit zwei Stücken und Ilse Fromm-Michaels mit dem Zyklus "Vier Puppen".

Die Pianistin wies in kurzen Erläuterungen auf die schwierige Situation hin, in der sich Frauen früher befanden, wenn sie sich der "unpassenden" Leidenschaft des Komponierens hingaben. Mit ihrem poetisch-differenzierten Klavierspiel verdeutlichte Speidel, dass die Kompositionen sich hören lassen können, wobei im Fall von Fanny Hensel der virtuose Zugriff überraschte. Die pianistische Kleinkunst wurde ergänzt durch die feinsinnige Wiedergabe der "Kinderszenen" von Robert Schumann und zweier nachgelassener Stücke von Felix Mendelssohn Bartholdy.

Nach der Pause folgte ein einziges Werk: die viersätzige f-Moll-Sonate op. 14 von Robert Schumann - auch "Concert sans orchestre" bezeichnet. Zuvor sprach die Pianistin davon, dass diese Musik von Liebe und Leidenschaft geprägt sei. Ihre engagierte Interpretation stellt die enorme Spannweite des Ausdrucks in den Mittelpunkt. Speidel schlug einen großen Bogen von der Schlichtheit des (von Clara stammenden) Andantino-Themas im Variationensatz bis zu den dramatischen Ausbrüchen in Kopf- und Finalsatz. Nach dem begeisterten Beifall spendierte Speidel zwei spritzige Zugaben: Schumanns "Phantasietanz" und Mendelssohns "Spinnerlied".

Darmstädter Echo