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SZ-Gespräch mit Nachfahrin von Clara und Robert Schumann:

"Da liegt alles von ihm drin"

Selten aufgeführte Werke / Eigene Konzerte nie zugetraut

Von Thorsten Eberding

Sie hat keinen lahmen Finger. Etwas geerbt hat sie dennoch von ihren berühmten Ururgroßeltern Clara und Robert Schumann. Die Musik gehört auch zur Welt der Barbara Schumann.

Die Nachfahrin des Komponisten-Ehepaares kam zum Konzert von Sontraud Speidel ins Sindelfinger Odeon. Die SZ sprach mit Barbara Schumann, die in Cuxhaven wohnt.

SZ: "Wie ist es, wenn man so berühmte Ururgroßeltern hat?"

Barbara Schumann: "Es ist sehr schön. Ich genieße es, daß die Leute zu mit immer freundlich sind und mir die Hand schütteln. Mit vielen Menschen bekomme ich dadurch in Kontakt, etwa mit dem Leiter des Schumannmuseums in Zwickau und vielen anderen. Ich reise auch sehr viel umher."

SZ: "Sind Sie beteiligt an der Verwaltung des Schumann-Erbes?"

Barbara Schumann: "Nein, ich besitze aber einige persönliche Gegenstände. Ein Brief von Robert Schumann beispielsweise, und im Schrank steht ein herrliches Silbergeschirr von Clara Schumann. Das bekam sie von der österreichischen Kaiserin bei einem Klaviervorspiel geschenkt. Ich benutze es nur bei ganz besonderen Gelegenheiten."

SZ: "Geben Sie eigentlich auch selbst Konzerte?"

Barbara Schumann: "Das habe ich mir nie zugetraut. Ich spiele dafür nicht gut genug Klavier. Als ich vor dem Konzert Sontraud Speidel etwas vorspielen wollte, bin ich mittendrin steckengeblieben - obwohl ich doch das Stück in- und auswendig kenne. Ich gebe aber Musikunterricht. Das war früher, als ich das regulär machte, ziemlich unbefriedigend. Sie wissen ja, wie das ist: Musikschule, da geht nicht jeder mit so viel Begeisterung hin. Heute gebe ich nur noch drei Schülern Klavier- beziehungsweise Flötenunterricht. Das läßt mir Zeit zu reisen und in ganz Deutschland Kontakte zu knüpfen und zu pflegen."

SZ: "Und was führt Sie gerade nach Sindelfingen?"

Barbara Schumann: "Sontraud Speidel, mit der ich gut befreundet bin, spielte heute seltene Stücke, die sonst kaum aufgeführt werden und die ich sehr gerne höre. Robert Schumanns 'Grande Sonate' habe ich jetzt erst das zweitemal gehört. Und gerade in diesem ausdrucksvollen Werk steckt sein ganzes Können, seine großartigsten Stücke spiegeln sich darin wider. Da liegt alles drin von Schumann."

Sindelfinger Zeitung